Absetzen von Antidepressiva

Viele Patienten, die seit mindestens sechs Wochen ein Antidepressivum einnehmen, bekommen Entzugserscheinungen, wenn sie die Einnahme abrupt einstellen.

Deshalb ist es ratsam, das Antidepressivum allmählich auszuschleichen, anstatt schlagartig abzusetzen. Das Ausschleichen kann helfen, Entzugssymptome zu reduzieren oder sogar zu beseitigen, da sich das Nervensystem langsamer auf die Veränderung einstellen kann.

Eine gute Ernährung, Produktivität, leichte Bewegung, eine Therapie und das Pflegen sozialer Kontakte werden beim Ausschleichprozess wahrscheinlich helfen. Einige Menschen benötigen jedoch etwas mehr Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Entzugserscheinungen oder befürchten, die ursprünglichen Symptome kehren zurück.

Entzugserscheinungen oder Wiederkehr der Symptome

Die Symptome im Zusammenhang mit dem Absetzen von Antidepressiva können denen der ursprünglichen Erkrankung sehr ähnlich sein. Manche Menschen haben Angst, dass ihre Panikattacken, Depressionen oder Angststörungen mit voller Kraft zurückkehrt, wenn Entzugserscheinungen auftreten, die sich mit der Zeit jedoch von selbst auflösen.

Wenn Depressionen oder Ängste nach dem Absetzen eines Antidepressivums tatsächlich wiederkehren, handelt es sich meist um einen allmählichen Prozess, der sich mit der Zeit langsam verschlechtert. Im Gegensatz dazu treten Symptome im Zusammenhang mit dem Entzug sehr schnell auf und verbessern sich mit der Zeit langsam.

Ausschleichen von Antidepressiva

Da es keine klar festgelegten Verfahren zum Ausschleichen einzelner Antidepressiva gibt, sind mehrere Faktoren zu berücksichtigen, wie die Höhe der Dosis, wie lange das Medikament eingenommen wurde und die Halbwertszeit des Medikaments.

Danach wird ein Zeitplan erstellt, nach dem das Ausschleichen erfolgen sollte. Dieser Prozess muss unbedingt unter ärztlicher Betreuung durchgeführt werden, damit der Arzt gegebenenfalls Anpassungen vornehmen kann.

Bestimmte Nahrungsergänzungsmittel sind bekannt dafür, die Auswirkungen von Entzugserscheinungen abzufedern und eine große Unterstützung beim Ausschleichen von Antidepressiva sein. Dazu gehören Vitamine, Mineralien, Aminosäuren, essenzielle Fettsäuren, Antioxidantien, Entzündungshemmer und entgiftende Mittel.

Magnesium

Magnesium ist als Anti-Stress-Mineral bekannt und ein Mangel kann eine Vielzahl von Symptomen verursachen, einschließlich Stimmungsschwankungen, Angst und Stress. Da Magnesium keine Schäden verursacht, kann es problemlos in der Ausschleichphase eingenommen werden. Es kann bei Angst, Schlaflosigkeit, Wiederherstellung der homöostatischen Gehirnfunktionen und sogar bei Herzklopfen helfen. Ein niedriger Magnesiumspiegel hemmt auch die Fähigkeit des Körpers, Vitamin D aufzunehmen. Ein niedriger Vitamin D-Gehalt ist mit Depressionen verbunden. Deshalb sollte während der Ausschleichphase eine ausreichende Magnesiumzufuhr gewährleistet sein. Einiges deutet sogar darauf hin, dass die Erhöhung von Magnesium den Nebennieren hilft, wenn sie durch längeren Medikamentengebrauch überfordert wurden.

Vitamin B-Komplex

B-Vitamine führen häufig zu einem signifikanten Anstieg des Energiehaushaltes im Körper. Während der Energieschub für die Bekämpfung der Entzugsmüdigkeit nützlich sein kann, besteht aber die Gefahr von erhöhter Angst oder Unruhe. Deshalb sollten diese Vitamine vorsichtig genommen werden. Kommt es zu einem Anstieg der Angst und einer Verschlechterung der Entzugserscheinungen, sollten die Vitamine abgesetzt oder einzelne B-Vitamine wie B3, B6 und B12 in Betracht gezogen werden.

Glutathion (GSH)

Glutathion gilt als eines der stärksten Antioxidantien im menschlichen Körper. Jede einzelne Zelle enthält Glutathion. Das hilft, die Ansammlung von Giftstoffen zu reduzieren und Entzündungen zu verhindern. Vermutlich nimmt mit zunehmendem Alter die endogene Glutathionproduktion im Körper ab, wodurch das Immunsystem beeinträchtigt und/oder Zellschäden auftreten können. Die tägliche Einnahme eines Antidepressivum über einen längeren Zeitraum kann Leberschäden verursachen und Toxine im Körper ablagern. Glutathion kann eine Heilung der Leber unterstützen und das Immunsystem stärken.

Die Aminosäuren Tryptophan / 5-HTP / Melatonin

Eine häufige Folge des Ausschleichens oder Absetzens von Antidepressiva ist Schlaflosigkeit. Schlafmangel ist nicht nur für die körperliche Gesundheit problematisch, sondern erhöht auch unerwünschte Stresshormone wie Cortisol, was wiederum zu Angstzuständen und Depressionen führen kann. Wird während des Ausschleichens nicht ausreichend und erholsam geschlafen, wird es für den Körper viel schwieriger, wieder ein Gleichgewicht herzustellen.

Der Körper ist für die endogene Produktion von Melatonin zur Regulierung des Schlaf-Wach-Zyklus verantwortlich. Leider stört das Ausschleichen von Antidepressiva häufig die Melatoninproduktion und der Rhythmus wird abnormal. Menschen mit einem ungewöhnlich niedrigen Serotoninspiegel bekommen wahrscheinlich nicht genügend Melatonin, denn Serotonin ist für die Produktion von ausreichend Melatonin notwendig.

Es gibt Hinweise darauf, dass eine exogene Nahrungsergänzung mit Melatonin helfen kann, den zirkadianen Rhythmus des Körpers wiederherzustellen und dass sie sogar die Gesundheit des Gehirns verbessern könnte.

Um Melatonin herzustellen, können anstelle von Melatonin auch die Aminosäuren Tryptophan oder 5-HTP als Nahrungsergänzung eingenommen werden. Der Körper kann daraus in Verbindung mit B-Vitaminen und Magnesium selbst Melatonin bilden.

Himalaya-Salz oder Meersalz

Bei einem niedrigen Natrium-Kalium-Verhältnis sollte die Salzzufuhr erhöht werden. Im Allgemeinen führt eine längere Einnahme von Antidepressiva zu Störungen der Nebennieren und es kommt zu übermäßiger Müdigkeit.

Hier sollte in Betracht gezogen werden, der Ernährung etwas Himalaya-Salz oder frisches Meersalz hinzuzufügen. In Tierversuchen hat sich gezeigt, dass eine niedrige Natriumzufuhr mit einer erhöhten Angst verbunden ist. Es wird sogar spekuliert, dass Salzmangel in der Ernährung eine direkte Ursache für Stimmungsschwankungen und Nebenniereninsuffizienz sein kann.

Doch sollte normales Speisesalz vermieden werden, da es mit Chemikalien verarbeitet wird. Frisches Meersalz oder Himalaya-Salz sind bessere Alternativen.

Meersalz kann hilft bei einer Steigerung des Blutdrucks und einer Entlastung der Nebennieren. Morgens nach dem Aufstehen kann direkt ein Teelöffel Salz in Wasser oder Saft verrührt und getrunken werden.

Aktivkohle

Nach dem endgültigen Absetzen eines Antidepressivums sollte die Einnahme von Aktivkohle in Betracht gezogen werden, um den Körper von potenziellen Giftstoffen zu befreien. Werden Arzneimittel über einen längeren Zeitraum täglich eingenommen, besteht die Gefahr, dass sich Giftstoffe im Körper ablagern. Aktivkohle unterstützt eine Reinigung. Akkumulierte Toxine können sich nachteilig auf die Gehirnaktivität und die allgemeine Gesundheit auswirken. Aktivkohle gibt es seit Tausenden von Jahren und es wird als Mittel zur Verbesserung der Darmflora verwendet. Sie funktioniert durch einen Mechanismus, der als „Adsorption“ bezeichnet wird und die Giftstoffe bindet.