Aminosäuren bei Panikattacken und Angststörungen

Psychische Erkrankungen wie Panikattacken, Depressionen, Angststörungen und Burnout breiten sich vor allem in großen Städten und Ballungsgebieten immer mehr aus und quälen die Betroffenen.

Bei etwa 20 Prozent der Bundesbürger wird eine der genannten Diagnosen gestellt. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich um ein Vieles höher. Oft werden diese Erkrankungen mit Psychopharmaka behandelt, deren Verschreibung sich in den letzten Jahren vervielfacht hat. Viele Erkrankte scheuen trotz ihrer quälenden Zustände die Einnahme von Psychopharmaka. Ihre Nebenwirkungen sind auch bei den modernsten Präparaten nicht gänzlich vorhersehbar, zumal jeder Mensch anders auf die Einnahme reagiert. Viele Erkrankte suchen daher nach Alternativen.

Sind Aminosäuren eine Alternative zu Psychopharmaka?

In letzter Zeit wurden öfters Aminosäuren als Alternative oder Ergänzung zu Psychopharmaka ins Spiel gebracht. Auch hier gilt, dass jeder Mensch anders auf eine solche Therapie reagiert. Eine gezielte Therapie mit sogenannten Mikronährstoffen kann dem einen oder anderen aber tatsächlich helfen.

Wichtig ist auch hier, dass die Therapie unter ärztlicher Aufsicht stattfindet. Prinzipiell wirken Aminosäuren auf die Psyche. Sie wurden schon erfolgreich bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer eingesetzt.

Denn nicht zuletzt sind es ein ungesunder Ernährungsstil, psychischer Stress und ein Mangel an Nährstoffen und Mikronährstoffen, die diese Krankheiten befördern. Diese Faktoren erhöhen die Entzündungsaktivität im Gehirn und in den Nervenzellen. Das gilt auch für Menschen, die an keine dieser Krankheiten leiden und die körperlich unversehrt wirken.

Mikronährstofftherapie für eine ausgeglichene Biochemie

Die körpereigene Biochemie hat natürlich auch einen großen Einfluss auf die seelische Gesundheit. Aminosäuren wird dabei eine Schlüsselfunktion zugeschrieben. Sie gelten als Vorstufe der Neurotransmitter, welche die Prozesse im Gehirn lenken und Signalstoffe von einer Nervenzelle zur anderen übertragen.

Die Neurotransmitter sind also wesentlich für unser Fühlen und Denken verantwortlich. Manche dieser Botenstoffe erregen die Hirnaktivität und andere dämpfen sie. Genau in diesem Bereich setzen auch Psychopharmaka an. Es gibt auch Botenstoffe, die stimmungsaufhellend wirken. Der bekannteste dürfte das Serotonin sein, das aus der Aminosäure Tryptophan bzw. 5-HTP gebildet wird.

Wenn der körpereigene Stoffwechsel nicht genügend Serotonin bildet, sind Schlafstörungen und Depressionen eine wahrscheinliche Folge.

Es gibt eine ganze Reihe weiterer Neurotransmitter, die unmittelbar auf die Psyche wirken. In der Mikronährstoffmedizin werden sie ebenfalls berücksichtigt.

Dopamin, GABA und Glyzin als wichtige Neurotransmitter

Dopamin beispielsweise wird aus der Aminosäure Tyrosin gebildet. Es wirkt auf fundamentale Funktionen wie das Gedächtnis und das Lernen sowie auf Motivation, Antrieb und Aufmerksamkeit. Gamma-Amino-Buttersäure, kurz GABA, wird aus der Aminosäure Glutamin gebildet und hat eine beruhigende Wirkung auf das Gehirn. Glycin schließlich ist eine Aminosäure, die auf zahlreiche Stoffwechselfunktionen wirkt. Im Nervensystem ist Glycin ein eher dämpfender Botenstoff, der dringend für die Konzentration und Gedächtnisbildung benötigt wird.

Es gibt Erfahrungsberichte, dass Glycin speziell bei Panikattacken helfen kann. Man erklärt das damit, dass Glycin dem Stresshormon Noradrenalin entgegen wirkt. Desweiteren ist die Aminosäure Arginin für eine gute Gedächtnisleistung erforderlich. Sie wird aus Stickoxid gebildet und ist wesentlich an der Synapsenbildung beteiligt.

An stabileres Nervensystem durch die Gabe von Aminosäuren

Die gezielte, ausgewogene und damit effektive Gabe von Aminosäuren sowie Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen kann helfen, das Nervensystem zu stabilisieren und damit psychischen Störungen entgegen zu wirken.

Insbesondere die Aminosäuren Tryptophan, 5-HTP, Tyrosin und GABA spielen bei psychischen Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen und Panikattacken eine Rolle und sollten von einem Facharzt im Blutbild auf eine ausreichend hohe Konzentration hin überprüft werden.

Für eine solche Vorgehensweise sollte das Blut auf den Gehalt seiner Mikronährstoffe hin analysiert werden. Nur so kann der Bedarf an Aminosäuren und anderen Wirkstoffen ermittelt werden. Eine Überdosierung bestimmter Aminosäuren kann sogar kontraproduktiv sein, weil sie den Stoffwechsel aus dem Takt bringen kann.

Eine Gabe von Aminosäuren und weiteren Wirkstoffen sollte daher unter der Aufsicht von Fachmedizinern erfolgen. Die Fachleute dafür haben sich auf Mikronährstoffmedizin spezialisiert und arbeiten mit der orthomolekularen Labordiagnostik.