Angstneurose

Jeder von uns kennst sie – die Angst. Was ist das und wie geht man vor? Doch eine klare Definition ist nicht einfach. Man könnte sie allgemein als ein unangenehmes Gefühl beschreiben, an das eine Bedrohung oder eine negative Erwartung anlehnt. Doch die Angst ist nicht selten für uns sehr nützlich. So alarmiert sie uns vor möglichen Gefahren. Ist die Bedrohung aus dem Weg geräumt, sollte die Angst vergehen.

Wenn die Angst bleibt

Wird die Angst dagegen krankhaft, spricht man von chronischer Angststörung. Diese unterteilt sich in generalisierte Angststörung, Angstneurose und phobische Störung. Während die ersten beiden eine situations- und objektungebundene Angst ist, ist die phobische Störung situations- und objektgebunden, wie etwa die Angst vor Spinnen. Jeder 10te von uns hat oder hatte schon einmal eine Angststörung. Frauen erkranken daran häufiger als Männer.

Angstneurose – selten, jedoch behandlungsbedürftig

Angstneurosen kommen zwar selten vor, sind jedoch behandlungsbedürtig, da sie schwerwiegende Einschränkungen mit sich bringen.

Angstneurose erkennen

Eine Angststörung bringt deutliche Symptome mit sich. Zum einen gibt es die seelische Belastung, zum anderen aber auch klare körperliche Symptome. Auch das Verhalten des Betroffenen ist durch die Angst geprägt. So zeigen viele folgende Beschwerden auf:

  • Schwitzen
  • Zittern
  • Schwindel
  • Übelkeit bis zum Erbrechen
  • Durchfall
  • Kopfschmerzen
  • Bluthochdruck
  • Herzrasen
  • Atemnot
  • Ohnmacht

Eine solche Panikattacke kann einige Minuten bis zu mehreren Stunden andauern. Betroffene leiden zudem an Konzentrations- und Schlafstörungen sowie Reizbarkeit und Aggressivität. Sie sind deshalb nicht nur während des Angstzustandes eingeschränkt, sondern darüber hinaus. Eine soziale Isolierung ist oftmals die Folge.

Körperliche Ursachen

Tritt die Angstneurose ohne konkrete Gründe auf, so werden erst organische Ursachen ausgeschlossen. Darunter zählen alle Organe, die für eine Ausschüttung von Stresshormonen zuständig sind, etwa Schilddrüse, Leber oder Nebennieren. Aber auch der Medikamenten– und Drogenkonsum kann Panikattacken auslösen.

Alternative Heilmethoden

Viele Betroffene haben gute Erfahrungen mit homöopathischen Mitteln gemacht. Eine große Hilfe ist etwa die Bachblütenmischung, die individuell für den Patienten erstellt und auf die Angstneurose angepasst wird.

Die Angstneurose durch Ernährungsumstellung lösen?

Ein anhaltender Mangel an Vitaminen, Mineralie, Aminosäuren und anderen Nährstoffen kann das Verhältnis der Neurotransmitter beeinflussen und somit die Ursache der Angstneurose sein. Wird dieser negativ verschoben, können Angstneurosen entstehen. Deshalb kann auch eine Ernährungsoptimierung helfen.

Worauf ist bei der Ernährung zu achten?

Schlechte Kohlenhydrate sollten weitestgehend ausgeschlossen werden, da diese Angstzustände begünstigen können. Eiweißreiche Ernährung in Kombination mit gesunden Fetten wie Lein- oder Kokosöl dagegen schaffen eine ausgewogene Balance. Auch Obst und Gemüse gehören zur optimalen Versorgung im Gehirn, die potentielle Angstzustände ausschließen können.

Tryptophan sorgt für Glücksgefühle

Weiterhin haben Forscher herausgefunden, dass der Stoff Tryptophan das Wohlfühlgefühl fördert und für Entspannung sorgt. Besonders viel Tryptophan enthalten vor allem in roher Form:

  • Amaranth
  • Hafer
  • Hirse
  • Nüsse (vor allem Cashew)
  • Quinoa
  • Pilze
  • Sesam
  • Sonnenblumenkerne

Diese sollten mit viel Wasser zu sich genommen werden.

TIPP: Die Verzehrung von Tryptophan als Nahrungsergänzugsmittel in Kombination mit B-Vitaminen und Magnesium wirkt auf nüchternen Magen eingenommen richtige Wunder. Das Tryptophan gelangt so direkt ins Gehirn und kann das sogenannte „Glückshormon“ Serotonin bilden.

Omega-3-Fettsäuren vermeiden Entzündungen

Omega-3-Fettsäuren bieten dem Körper Funktions- und Baustoffe, die für das Nervensystem notwendig sind, um Entzündungen zu vermeiden und Ängste zu mildern.

Enthalten sind die Omega-3-Fettsäuren beispielsweise in:

  • Blattgemüse
  • Nüssen
  • Fisch und Meeresfrüchte
  • Soja
  • Raps- und Leinöl

TIPP: Um den Körper ausreichend mit Omega-3-Fettsäuren zu versorgen, eignen sich Lachsölkapseln. Omega-3-Fettsäuren helfen stärken die Psyche und helfen bei Panikattacken, Angststörungen, Burnout und Depressionen.

Basische Ernährung sorgt für gute Laune

Inzwischen ist bekannt, dass sich eine Übersäuerung des Körpers negativ auf die Psyche auswirkt, denn in einem kranken Körper kann kein gesunder Geist leben. Deshalb ist es wichtig, auf eine basische Ernährung zu achten. Konkret heißt es Vermeidung von Zusatzstoffen, Milchprodukten und viel Fleisch. Zu basischen Lebensmitteln gehören viele Gemüse- und Obstsorten, Breie und Müsli.

Und wie sieht es mit dem Darm aus?

Eine Darmkur mit Milchsäurebakterien kann ebenfalls helfen, denn Stress wirkt sich oft auf den Magen aus.

Gibt es bestimmte Nahrungsergänzungsmittel, die bei Angstzuständen helfen?

Es gibt tatsächlich zwei Nahrungsergänzungsmittel, die helfen können. Zum einen gibt es die GABA. Hierbei handelt es sich um Gamma-Aminobuttersäuren, die Entspannung fördern. Zum anderen reduziert Ashwaganda, auch als Schlafbeere oder Winterkirsche bekannt, Angstzustände.

Die Aminosäure GABA ist bekannt für eine angstlösende Wirkung und als Nahrungsergänzungsmittel frei verkäuflich.

Psychische Ursachen

Sind organische Ursachen ausgeschlossen, muss die psychische Ebene untersucht werden. Sehr oft treten Angstzustände nach andauerndem und tiefgehendem Stress auf. Doch auch belastende Erlebnisse wie Unfall, Trennung, Tod oder Katastrophen können der Auslöser für Angstneurosen sein. Deshalb liegt die weitere Diagnostik beim Psychotherapeuten.