Meditation

„Meditation zu erlernen ist das größte Geschenk, das Sie sich in diesem Leben machen können. Denn nur durch Meditation können Sie sich aufmachen zur Entdeckung Ihrer wahren Natur. Und nur in ihr werden Sie die Stabilität und das Vertrauen finden, die nötig sind, um gut zu leben und um gut zu sterben. Meditation ist der Weg, der zur Erleuchtung führt.“

– Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben –
Sogyal Rinpoche

So beschreibt ein weltberühmter tibetischer Gelehrter die Meditation. Meditation ist der Weg zu uns selbst, der Weg in unser Inneres.

Das Wort Meditation kommt aus dem Lateinischen (meditare = nachdenken oder nachsinnen). Die Meditation ist Bestandteil aller Religionen und vieler Kulturen. Ziel des Meditierens ist, dass unser Geist durch spezielle Konzentrationsübungen zur Ruhe kommt. In den östlichen Religionen des Buddhismus und Hinduismus ist die Meditation seit Jahrtausenden eine grundlegende Übung zur Erweiterung des Bewusstseins, deren höchstes Ziel das Erreichen des Nirwana oder die Erleuchtung ist.

Regelmäßige Meditation wirkt bei Panikattacken und Angststörungen ähnlich gut wie Psychotherapien und Medikamente.

Ziel der Meditation ist eine tiefe Entspannung von Körper und Geist Und Entspannung ist das natürliche Mittel gegen Ängste und die körperlichen Reaktionen darauf. Seit ich regelmäßig meditiere, sind meine Panikattacken sehr schnell und sehr deutlich zurückgegangen.

Ein ganz zentraler Punkt beim Meditieren ist das Atmen. Nahezu alle Meditationen erfordern tiefes und bewusstes Ein­ und Ausatmen. Richtiges Atmen kann:

  • Herzschlag vermindern
  • Blutdruck vermindern
  • Stoffwechsel vermindern
  • Muskelschmerzen vermindern
  • Kreislauf stärken

Deshalb möchte ich Ihnen an dieser Stelle eine einfache Atem­-Meditation vorstellen, die auch Sie ganz schnell erlernen und zu Ihrem täglichen Begleiter machen können.

Atem-Meditation

Suchen Sie sich zunächst einen ruhigen Platz, an dem Sie ungestört sein können. Dies kann sowohl im Haus als auch im Freien sein, z.B. im Wald, am Strand oder an

einem See. Setzen Sie sich auf den Boden oder auf einen Stuhl, aber lehnen Sie sich nicht mit dem Rücken an. Legen Sie nun Ihre Hände mit den Handflächen nach oben auf Ihre Oberschenkel. Richten Sie all Ihre Konzentration und Ihren Fokus auf Ihren Atem. Atmen Sie tief und langsam durch die Nase ein. Spüren Sie, wie die Wärme oder die Kühle der Luft eindringt und Ihren Körper füllt.

Atmen Sie anschließend durch den Mund aus, entspannen Sie dabei Bauch und Lungen. Setzen sie dies 5 Minuten fort. Atmen sie immer wieder bewusst.

Diese Meditation eignet sich auch sehr gut, wenn Sie schlecht einschlafen können.

Wenn Sie erst einmal diese Atemmeditation beherrschen, können Sie gezielt gegen Ängste meditieren. Beziehen Sie Ihre Ängste in die Meditation ein. Und das geht so: Beginnen sie die Meditation wie beschrieben, lassen Sie dabei die Gedanken an die entsprechenden Angst­situationen zu.

Bringen Sie auch diese Situationen mit sich selbst und Ihrem Atem in Einklang. Wahrscheinlich benötigen Sie mehrere Meditationssitzungen, um die angsterzeugenden Gedanken zulassen zu können. Ängsten zu begegnen erfordert nun einmal jede Menge Kraft. Lassen Sie sich daher nicht entmutigen, machen Sie die Übung weiter. Meditieren Sie so lange bzw. so oft, bis Sie sich sicher genug fühlen.

Ein Vorteil der Einbeziehung der Ängste in die Meditation besteht darin, dass Sie ja nicht tatsächlich mit der Situation konfrontiert werden, sondern sich nur in Gedanken in die Lage begeben müssen. Später stehen Sie auch den Situationen selbst gestärkt gegenüber. Mit etwas Übung könen Sie die Atem­ und die Angstmeditation auch in den Alltag integrieren und auf diese Weise üben, sich binnen kurzer Zeit zu beruhigen und zu entspannen. Im Laufe der Zeit wird Ihnen dies immer besser gelingen.

Ich kann Ihnen regelmäßiges Meditieren nur ans Herz legen. Seit die Meditation ein regelmäßiger Bestandteil meines Alltags ist, sind Ängste und Panikattacken kein Thema mehr.